Private Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung

Eine Krankenversicherung ist in Deutschland verpflichtend und somit braucht sie jeder, egal ob privat oder gesetzlich versichert und völlig unabhängig vom Beschäftigungsverhältnis (Angestellter, Beamter, Selbständiger, Freiberufler oder arbeitslos). Wer in Deutschland nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist, kann sich freiwillig privat versichern. Die private Krankenversicherung bildet, genau wie die gesetzliche Krankenversicherung, die Basisabsicherung für den individuellen Krankheitsfall.

Der wesentliche Unterschied zwischen "Privater Krankenversicherungen“ und "Gesetzlicher Krankenversicherung

Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass „Private Krankenversicherungen“ (PKV) immer privatwirtschaftliche Unternehmen darstellen, die Krankenversicherungen als Leistung anbieten und meist als börsennotierte Unternehmen agieren. Sie sind somit als gewinnorientierte Unternehmen zu bewerten und im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen in starkem Wettbewerb zueinander. Ein Versicherungsverhältnis zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer kommt im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung nicht durch eine Gesetzesgrundlage, sondern durch einen privatrechtlichen Vertrag zustande.

Im aktuellen Gesundheitswesen und per Gesetz ist es möglich, eine private Krankenversicherung sowohl ergänzend als auch anstelle der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu nutzen (sog. Duales Krankenversicherungssystem). Mit rund 8 Millionen Privatversicherten waren 2018 rund 10 Prozent der Krankenversicherten in Deutschland krankenvollversichert.

Doch warum wechseln denn nun immer mehr Menschen, die über der Versicherungspflichtgrenze von 60.750 Euro brutto Jahresgehalt verdienen, zu einem privaten Anbieter?

Einer der wichtigsten Gründe hierfür sind die Mehrleistungen der privaten Krankenkassen. Je nach Anbieter werden von vorn herein Leistungen für Heilpraktiker oder alternative Heilmethoden, Zahnersatz, Zweibettzimmer mit Chefarztbehandlung oder die freie Arztwahl (inkl. Facharztwahl ohne Überweisung) in den Leistungskatalog integriert.

Hinzu kommen Argumente wie beispielsweise die bessere Medikamentenversorgung mittels Privatrezept, den Status als Privatpatient beim behandelnden Arzt (höherer Individualisierungsfaktor und deutlich längere Behandlungszeit), die Transparenz bei der Abrechnung, das verhandelbare Krankentagegeld oder die teilweise beachtlichen Beitragsrückerstattung bei nicht in Anspruch genommenen Leistungen.

Aktuell gibt es in Deutschland rund 50 private Anbieter von Krankenvollversicherungen mit über 5.000 verschiedenen Tarifen. Wir haben für Sie zu jedem dieser Anbieter übersichtlich und gut strukturiert alle relevanten Informationen zusammengetragen, sodass Sie leicht vergleichen können, welcher Anbieter für Sie in Frage kommt. 

Wichtige Infos zur privaten Krankenversicherung

Alterungsrückstellungen

Die Altersrückstellungen in der privaten Krankenversicherung (PKV) verhindern, dass mit dem Älterwerden automatisch die Beiträge steigen.

Beitragsbemessungsgrenze

Die aktuelle Beitragsbemessungsgrenze beträgt 2020 monatlich 4.687,50 Euro brutto.

JAEG (Jahresarbeitsentgeltgrenze)

Die aktuelle Jahresarbeitsentgeltgrenze oder Versicherungspflichtgrenze liegt 2020 bei 62.550 Euro brutto jährlich.

Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung

Wer einmal aus der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung gewechselt ist, kann nicht ohne Weiteres zurück. Der Gesetzgeber will damit verhindern, dass Versicherungsnehmer in jungen Jahren die geringeren Beitragssätze der PKV nutzen und im Alter auf die gegebenenfalls günstigere GKV ausweichen. Trotzdem gibt es Möglichkeiten in die GKV zurückzukommen. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, ob der Versicherte Angestellter oder Selbstständiger ist/ war, oder von der Versicherungspflicht befreit oder die Altersgrenze von 55 Jahren überschritten wurde.

Selbstbehalt

Der Selbstbehalt in der privaten Krankenversicherung, kann den Versicherten häufig eine hohe Ersparnis ermöglichen. Oft sinkt die Versicherungsprämie aufs Jahr gerechnet stärker, als die Kosten durch den Eigenanteil im gleichen Zeitraum ansteigen.